Interviewer: Sie haben eine so lange und so bedeutende Geschichte mit und in der Astrologie, dass ich kaum weiß, wo ich anfangen soll. Sicher werde ich auch einige alte Themen streifen, die vielen Lesern schon vertraut sind. Aber egal! Sie sind jemand, der einen weltweiten Astrologie-Verband (ISAR) führt und aktiv in Verbindung mit vielen Astrologen-Verbänden steht. Ihre Tätigkeit bringt Sie mit den aktuellen Entwicklungen in der übrigen „nicht-astrologischen Welt“ zusammen. Ich würde gern zuallererst wissen, für wie stark Sie die astrologische Community, die astrologische Gemeinschaft heute halten, wohin deren Weg führt – und wohin ihr Weg sie nach Ihrer Meinung führen sollte.
RM: Die Astrologie wird fortwährend stärker. Die Qualität der Forschungen rund um das Verständnis von Astrologie ist in den letzten 20 Jahren stetig gestiegen. Ich treffe dieses Urteil vor dem Hintergrund der Vorträge, die ich auf wichtigen Kongressen auf der ganzen Welt gehört habe. Immer wenn ich meine, ich hätte in meinem eigenen Verständnis einen neuen Sprung nach vorn gemacht, dann sitze ich demnächst in irgendeinem Vortrag und stelle fest, dass der Vortragende einen noch größeren Sprung im Verständnis und in der Anwendung der Astrologie auf menschliche Lebenspraxis gemacht hat. Wir haben heutzutage eine Menge hervorragender Astrologen. Sie werden in ihrer Arbeit besser und besser.
Nun zu Ihrer Frage, wohin sich die Astrologie entwickelt – und wohin sie sich nach meiner Ansicht entwickeln sollte. Die moderne Astrologie gibt es seit etwa 30 Jahren. Die gegenwärtig führende Generation in der astrologischen Gemeinschaft begann ungefähr Ende der Sechziger, Anfang der Siebziger Jahre. Das war bei mir genauso – ich habe 1967 mit der Astrologie angefangen. Das heißt, dass die moderne Astrologie jetzt im wesentlichen ihre ersten Saturn-Wiederkehr erlebt oder durch das erste, das zunehmende Quadrat nach ihrer ersten Saturn-Wiederkehr geht. Ich glaube, wir sind damit an einen Punkt gelangt, wo wir in unserem Streben nach astrologischem Wissen und astrologischer Technik ziemlich gut gesättigt sind. Kollektiv betrachtet gehen wir damit zu eher saturnischen Angelegenheiten über, nämlich Standards, ethisches Verhalten in der Beratungspraxis, Rechenschaft und Verantwortung gegenüber unseren Klienten, wie auch uns selbst gegenüber innerhalb des Zusammenhangs einer größeren professionellen Community.
Viele von uns arbeiten inzwischen als Berufsastrologen oder wenden die Astrologie in ihrem Beruf an. Die Anzahl der Berufsastrologen hat im letzten Jahrzehnt erheblich zugenommen. Aber es gibt immer noch viele Leute, die die Astrologie ausschließlich als Werkzeug zum Wahrsagen anwenden, ein Werkzeug, das sie angeblich nur selber richtig gebrauchen können. Der Unterschied ist beträchtlich. Der eine glaubt, dass Astrologie und der Astrologe „Entscheidungsträger“ seien. Damit wird der Klient in eine Abhängigkeitsbeziehung zu seinem astrologischen Berater gebracht. Der andere glaubt, dass Astrologie und der Astrologe gewissermaßen „Entdecker“ von Wahlmöglichkeiten sind. Was dabei heraus kommt, hängt von den Entscheidungen des Klienten ab. Anders gesagt, der Einzelne ist Teilhaber im Blick auf das Endergebnis bei den Angelegenheiten seines Lebens und nicht nur dazu bestimmt, ein schicksalsergebenes Leben mit unvermeidlichen Ereignissen und Resultaten zu führen.
Selbstverständlich sind die erfolgreichsten Berufsastrologen diejenigen, die auf allgemeine ethische Standards und Richtlinien dringen. Ich glaube, dass sich die unmittelbare Zukunft der Astrologie hierauf bezieht: eine immer stärkere Bewusstwerdung ethischer Betreffe in der astrologischen Praxis und im professionellen Auftreten des Astrologen.
Das ist die richtige Richtung. Das halte ich in der Tat für notwendig. Und das ist vielleicht noch wichtiger als der Erwerb von noch mehr astrologischem Wissen. Egal, wie viel einer von Astrologie versteht – sein Wert für die Gesellschaft bzw. für seine Klienten ist begrenzt, wenn er sein Wissen ethisch nicht einwandfrei darbietet. Dann freilich ist man für sich wie für andere mehr von Nachteil als von Vorteil.
Das ist allerdings erst einmal eine wichtige Phase innerhalb eines größeren Zyklus in der Entwicklung professioneller Astrologie. Wenn diese Phase vorbei ist, werden wir wahrscheinlich größeres Interesse an Forschung erleben, an objektiver, wissenschaftlich abgesicherter Korrelation zwischen Astrologie und menschlichem Handeln. Diese Möglichkeit schreibe ich dem Uranus in Wassermann (bis 2003) zu. Wenn Uranus ins Zeichen Fische übertritt (seit 2003), gibt es nach meiner Ansicht eine erneute Blickumstellung auf die mehr philosophische und spirituelle Untermauerung der Astrologie. Dann wird man eher Fragen beantworten wollen, warum die Astrologie funktioniert. Jetzt können wir zeigen, dass sie funktioniert. Vergessen Sie trotzdem nicht: Es könnte, wie ich meine, sehr wohl möglich sein, dass das, was wir schließlich als Funktionieren der Astrologie erkennen, nicht mit dem übereinstimmt, was unsere Lehrbücher als entsprechende Theorie anbieten.
Interviewer: Die folgende Frage haben Sie bestimmt mehr als einmal in den vergangenen Jahren beantwortet: Wie ist Ihr Interesse an Astrologie geweckt worden? Wie sind Sie dazu gekommen, dieses Interesse mit Ihrer Arbeit in der Finanzwelt zu kombinieren? Oder muss ich andersherum fragen?
RM: Ich entdeckte die Astrologie, als ich in meinem Abschlussjahr an der Michigan State University war und für mein Examen in Psychologie arbeitete. Ich befand mich damals in einem Forschungsseminar für Fortgeschrittene über Sozialpsychologie. Eine Seminararbeit, die ich damals verfasste, bezog sich auf eine Vermutung von mir, dass sich in der Gesellschaft eine neue Subkultur bildete. Das war 1966 / 67. Ich setzte damals in der Befragung von sogenannten „Blumenkindern“ den „Rokeach Values Test“ ein, benannt nach Dr. Milton Rokeach von der Michigan State University, der auch mein Lehrer war. Später wurde für die „Blumenkinder“ die Bezeichnung „Hippies“ üblich. Mein Kriterium für die Zugehörigkeit zu dieser Gruppe war, dass sie in Kommunen lebten, wie sie sich damals über das ganze Land ausbreiteten. Erkenntnisziel meiner Untersuchung war, ob die Werte dieser Menschen signifikant von denen anderer Gruppen in unserer Gesellschaft abwichen. Rokeach selbst hatte hierzu statistische Analysen geliefert. Das Endresultat war, dass die von mir untersuchte Bevölkerungsgruppe äußerst stark von jeder anderen Gruppe abwich, die Rokeach und seine Schüler untersucht hatten. Rokeach selbst war völlig erstaunt über dieses Ergebnis. Ich zog den Schluss, dass sich in unserer Gesellschaft eine neue Subkultur bildete, die auf die Zukunft der amerikanischen Gesellschaft einen weitreichenden und tiefen Einfluss nehmen würde.
Allerdings wurde ich während meiner Untersuchung häufig nach meinem „Sternzeichen“ gefragt. Einer der Teilnehmer gab mir ein Buch von Ron Davison, „Astrology“, und das war bei mir der Auslöser. Innerhalb eines Jahres, glaube ich, hatte ich alle Astrologiebücher gelesen, derer ich bei Circle Books in meiner Universitätsstadt Ann Arbor habhaft werden konnte. Besonders fühlte ich mich zu den Büchern von Dane Rudhyar und Margaret Hone hingezogen.
1978 hatte ich einen Klientin, die wissen wollte, ob es eine Beziehung zwischen Astrologie und Börse gibt. Ich wusste nichts davon. Sie stimmte zu, mich für eine Woche in einem Landhaus zu beherbergen, damit ich in Ruhe Daten von Gründungen und Aktienausgaben von einigen Gesellschaften untersuchen konnte, die an der New Yorker Börse gelistet waren. Ich sollte schauen, ob ich irgendetwas Relevantes finden könnte. Am Ende dieser Märzwoche 1978 erklärte ich ihr, dass es, soweit astrologisch feststellbar, bei fünf Firmen sehr gut aussehe. Sie erwarb Anteile von diesen fünf Firmen. Ihre Investition brachte ihr in den folgenden fünf Monaten 28% Gewinn. Damit hing ich sozusagen „am Haken“.
Allerdings dauerte es noch bis zum Winter 1980, bevor ich wirklich ernsthaft an die Sache heranging. Anlässlich eines Vortrages, den ich in Tucson, Arizona, hielt, lernte ich Walter Bressert, den legendären Zyklus-Analysten kennen. Er und seine Frau luden mich nach meinem jährlichen Prognose-Vortrag zu einem Abendessen bei sich zuhause ein. Bressert zeigte mir eine Grafik des täglichen Goldkurses. Diese Grafik ging bis zum allerersten Börsentag im Jahr 1974 zurück. Er wies mich auf drei klar unterscheidbare Perioden in den vergangenen 6 Jahren hin, in denen die Kurse steil nach oben oder steil nach unten gegangen waren. Jede dieser Perioden fiel exakt zusammen mit einer Rückläufigkeitsphase von Mars. Dies hatte er auf den Grafiken vermerkt. Er fragte mich, ob das Zufall sein könne. Ich glaubte nicht an eine solche Erklärung. Bressert gab mir die Grafiken, sowie einige Bücher, die er über Zyklen verfasst hatte, und riet mir, mich näher mit dieser Sache zu beschäftigen. Ich war sozusagen im siebenten Himmel. Täglich überprüfte ich für mich den Goldkurs – was ich auch jetzt 20 Jahre später tue. Innerhalb zweier Jahre schrieb ich „The Gold Book: Geocosmic Correlations to Gold Price Cycles“ (Das Buch vom Gold. Geokosmische Korrelationen zu den Kurszyklen beim Gold). Dies war, wie ich glaube, die erste quantitative Studie für Finanzmärkte, die auch andere Planetenaspekte als nur die von Sonne und Mond einbezog. Ich wurde häufiger Gastbeiträger beim „Financial News Network“, und damit begann meine Karriere als Finanzastrologe.
Interviewer: Sie haben eine ganze Reihe von Techniken entwickelt, die zur Entscheidungshilfe beim Investieren dienen. Sie haben auf der Grundlage dieser Techniken ein Trainingsprogramm für Leute zusammengestellt, die sich für Finanzastrologie interessieren. Sie haben einige Computerprogramme geschrieben, die für diese Techniken spezielle Unterstützung bieten. Was sind das, allgemein gesprochen, für Techniken? Wie vermehren diese Techniken das Wissen darüber, wie man heutzutage auf dem Markt zu agieren hat? Und wohin können sich Interessierte wenden, um mehr darüber zu erfahren bzw. um dieses Material zu erwerben?
RM: Ja, ich habe ein vollständiges System für den Investor bzw. Trader entwickelt, der seine Fertigkeiten im Timing am Markt verbessern möchte und damit auch seinen Profit.
Allgemein muss man zuallererst begreifen, dass die Kurse auf den Märkten auf rhythmische, auf zyklische Weise aufwärts und abwärts gehen. Zyklen werden eigentlich in Zeit gemessen, und zwar zwischen zwei Tiefs. In jedem Zyklus laufen kleinere Zyklen, sogenannte Unterzyklen, nämlich „Phasen“ innerhalb des größeren Zyklus. Diese „Phasen“ treten üblicherweise in einem von drei Mustern auf – zweiphasig, dreiphasig oder aber in einer Kombination aus diesen beiden vorgenannten Mustern. So gibt es zum Beispiel in einem 18-wöchigen Börsenzyklus entweder zwei 9-Wochen-Subzyklen oder drei 6-Wochen-Subzyklen oder eine Kombination aus beiden.
Zyklen freilich haben eine Spielraum, der ein Sechstel ihrer Gesamtlänge ausmacht. Diese Tiefs können also um einige Tage und sogar um einige Wochen variieren. Diese Zeitfenster kann man sinnvoll eingrenzen, wenn man weiß, dass es innerhalb dieser Zeitfenster zu bestimmten astrologischen Konstellationen kommt. Astrologie hilft einem also, den Zeitrahmen einzugrenzen, wenn ein Marktzyklus fällig ist. Das ist ein wunderbares Zusatzinstrument beim Timing auf dem Markt. Aber für sich genommen reicht das nicht aus. Man muss auch wissen, wo man sich innerhalb eines Zyklus gerade befindet, welche „Phase“ gerade ansteht. Denn ein Markt verhält sich je nach Phase innerhalb eines Zyklus ganz unterschiedlich.
Unsere Bücher legen die entsprechende Methodenlehre in allen Einzelheiten dar. Unser Lehrkurs macht es dem Anwender möglich, genau zu erkennen, wie das System arbeitet und gibt ihm die Gelegenheit zu Fragen. Investoren und Händler bleiben mit meinen Ansätzen aufgrund meiner Newsletter, sowie meiner wöchentlichen und sogar täglichen eMail-Dienste „up to date“. Wer selbst das System beherrschen möchte, wer eigene Nachforschungen vorzieht (so wie ich auch), dem bieten wir ein entsprechendes Modul für die Galactic Trader Software an, das dem Nutzer gestattet, seine eigenen Forschungen durchzuführen und genau herauszufinden, welche astrologischen Konstellationen für den Trendwechsel auf irgendeinem Aktien- oder Finanzmarkt oder bei Termingeschäften bedeutsam sind.
Interviewer: Jetzt eine wirklich heiße Frage: Sollten Astrologen sich aktiv um größere öffentliche Akzeptanz bemühen, um mehr Anerkennung der Astrologie in der Gesellschaft? Nach welchen Maßstäben sollten Astrologen nach Ihrer Ansicht die Bedingungen ihres Faches in der gegenwärtigen Welt verbessern?
RM: Ich glaube nicht, dass Astrologen aktiv nach größerer Akzeptanz, nach mehr Anerkennung und Wertschätzung der Astrologie in der Allgemeinheit streben sollten. Sie müssen all das vielmehr bei sich selbst und untereinander anstreben. Wenn Astrologen ihren Klienten gegenüber mehr und mehr Verantwortung zeigen und ebenso im Umgang miteinander, dann wird auch eine allgemein größere Akzeptanz und Wertschätzung das Ergebnis sein.
Deshalb meine ich ja, dass die Weiterbildung in Ethik so wichtig für Berufsastrologen ist: nicht, damit die Welt uns höher wertschätzt und nicht einmal so sehr, damit wir unsere Klienten vor „schlechten Astrologen“ schützen. Sondern vielmehr ganz einfach, damit wir uns davor schützen, uns gegenseitig zu verletzen, damit wir uns vor Klienten schützen, die immer noch unrealistische Fragen an uns als Astrologen richten, weil wir weiterhin die Illusion nähren, wir seien Wahrsager und damit gewissermaßen Entertainer. Die Klienten kommen zu uns in der Erwartung von Antworten für ihre Probleme. Ich glaube aber nicht, dass wir diese Antworten geben sollten. Einsicht und Verständnis für die gegenwärtigen Lebensumstände, in denen unsere Klienten sich befinden – das ist möglich! Ideen für denkbare Wahlmöglichkeiten, damit unsere Klienten bei ihren Angelegenheiten weiterkommen – das ist möglich! Aber wir können nicht die Wahl an ihrer Statt treffen, wir können ihnen die Wahl nicht abnehmen. Denn dann werden die Erwartungen unserer Klienten an uns selbst wirklich gefährlich – sowohl für sie selbst wie auch für uns! Dann wird der Boden für einen letztendlichen Konfliktfall bereitet. Konsequenterweise ist das dann unser eigener Absturz, denn wir haben dann ja versagt und nicht unsere Klienten!
Wenn wir unsere ethische Verpflichtung vor dem Hintergrund solcher Beratungssituationen begreifen, dann werden wir mit uns selbst auf verantwortungsvollere und korrektere Weise umgehen. Dann werden wir nicht mehr als Unterhalter und Wahrsager betrachtet, sondern als eine wertvolle Quelle von Einsichten und Informationen. Die Welt achtet jeden, der solchen Dienst leistet, der solche Einsichten zur Verfügung stellt. Denn die letzte Verantwortung für eine Wahl wird dem Klienten und nicht dem Astrologen zuerkannt. Wenn sich der Astrologe ködern lässt, selbst die Entscheidung zu treffen, begibt er sich auf die Ebene des Unterhalters. So kann keine der beiden Seiten Achtung für die andere Seite gewinnen. Es ist nicht von Belang, den Klienten mit irgendwelchen „Kräften“ zum Staunen zu bringen, wie es nach wie vor viele Astrologen versuchen. Es ist viel wichtiger, wenn der Klient mit einem Gefühl des Staunens aus der Beratung geht, welche Möglichkeiten ihm nun offen stehen, sein Leben auf die Reihe zu bekommen. Der Klient sollte mit dem Gefühl des Ansporns aus der Beratung gehen, nicht mit dem Gefühl, wie allmächtig der Astrologe ist.
Wenn wir als astrologische Community diese Stufe erreichen, werden wir auch von der Gesellschaft nach und nach anders wahrgenommen. Aber wir müssen diesen Prozess des Gewahrwerdens bei uns selbst, in unserer Berufsgemeinschaft in Gang bringen. Die Welt als solche ändert sich nicht. Es ist witzlos zu glauben, die Welt würde sich ändern, wenn wir sie irgendwie zu einem richtigen Verständnis über die Wirkweise der Astrologie „erziehen“. Zuallererst müssen wir uns selbst im Blick auf unsere ethische Praxis erziehen. Und das bedeutet viel mehr als bloß zuzustimmen, wenn es um ein Verbot des Vertraulichkeitsbruchs geht.
Interviewer: Woran arbeiten Sie gerade? Möchten Sie etwas über Ihre Projekte erzählen?
RM: Ich schreibe gerade eine Reihe von 5 Bänden, „The Ultimate Book on Stock Market Timing“ (Das endgültige Buch über das Timing auf Aktienmärkten). Ich bin gerade beim 3. Band, der in diesem Sommer fertig werden soll. Es wird noch drei Jahre brauchen, bevor ich zuende gebracht habe, was ich 1994 begonnen habe. Damals habe ich mich einfach gefragt: Wenn ich irgendetwas Bedeutendes in meinem Leben leisten wollte, was täte ich dann? Wo würde ich gern meinen „Meilenstein“ setzen? Ich beschloss dann, eine möglichst vollständige Studie zu meinem Verständnis des US-Aktienmarktes vorzulegen. Ich verpflichtete mich vor mir selbst für die nächsten Jahre dazu, „mit der Seele des Aktienmarktes eins zu werden“ und sämtliche Zyklen, die ich finden und bestimmen konnte, zu untersuchen und festzustellen, ob gegebenenfalls astrologische Konstellationen mit irgendeinem, sei es dem größten, sei es dem kleinsten Zyklus irgendwie in Zusammenhang stehen. Ich wusste ja im Prinzip, wie das zu machen sei, nur war ich niemals sicher, wann ich die Zeit für die Untersuchung von 200 und mehr Jahren Börsengeschichte und Börsendaten und eine anschließende Niederschrift meiner Ergebnisse finden würde.
Eines Morgens im Jahr 1994 wachte ich dann auf uns sagte mir, dass es Zeit sei, anzufangen. Ich kündigte als Vizepräsident bei den „Paine Webber Securities“ und begann mit der Niederschrift eines Grundlagenbuchs über Marktzyklen („Merriman on Market Cycles“ - auf Deutsch seit 2007 erhältlich: Merriman über Marktzyklen: Die Grundlagen). Es folgte ein entsprechendes Grundlagenbuch über Astrologie für Aktienmarkt-Trader ("Basic Principles of Geocosmic Studies For Financial Market Timing" – Grundlagen geokosmischer Untersuchungen für das Timing auf Finanzmärkten). Und dann begann ich mit der eben erwähnten 5-bändigen Reihe. Das ist ein Langzeit-Projekt, mit dem ich nach wie vor zu tun habe. Ich arbeite hier mit großer Konzentration und Disziplin, sowohl beim Forschen wie beim Schreiben. So liebe ich mein Leben, denn das, was ich tue, folgt einem klaren Ziel.
Interviewer: Was beschäftigt Sie zur Zeit? Ich frage sowohl im Blick auf allgemeine Trends und Entwicklungen, als auch im Blick auf die Astrologie.
RM: Da gibt es eine ganze Menge. Sehr anregend ist zum Beispiel die Arbeit im Vorstand der ISAR – der „International Society of Astrological Research“, der Internationalen Gesellschaft für astrologische Forschung. Es sind so tolle Menschen im ISAR-Vorstand! Ich liebe die Gespräche, das Brainstorming mit allen! Jeder von ihnen ist auf seine Weise ein Visionär, jeder stellt die Zukunft der astrologischen Community vor seine persönliche Zukunft. Jeder unterstützt die anderen bei ihrer Arbeit, und jeder lässt sich durch die anderen inspirieren. Sie leisten wirklich Aufbauarbeit im Namen der Astrologie.
Was die Astrologie anlangt, interessiert mich am meisten der Zeitraum, wenn Uranus durch das Zeichen Fische geht, während Neptun in Wassermann steht. Das könnte eine Zeit sein, in der Dinge Wirklichkeit werden, die wir uns jetzt gerade mal vorstellen können. Ich denke, das wird die aufregendste Zeit in meinem ohnehin so herrlich aufregenden Leben auf diesem Planeten :-)). Ich glaube, für diese nun bevorstehende Periode bin ich auf die Welt gekommen, und vielleicht gilt das für viele von uns. Andererseits, Neptun steht bei mir am Aszendenten und Uranus am Medium Coeli. Vielleicht ist das ja etwas, das mich auch bloß ganz persönlich betrifft :-)).
Alles Gute, Ray
Das Interview mit Ray Merriman stammt aus dem Jahr 2001 und wurde erstmals in Astro-Talk April 2001 veröffentlicht.
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