Finanzbericht für die Woche vom

 

Rückschau und Vorschau

„Eine Kürzung der Firmensteuer, gültig ab dem nächsten Jahr, und weitere Deregulation könnte den Profiten Schubkraft geben“, so Ed Yardeni, Präsident und Leitender Fachmann für Investment-Strategie bei Yardeni Research. „Analysten aus der Industrie gehen von Gewinnzuwächsen von 10,9% in diesem Jahr, 11,4% im nächsten Jahr und 10,1% 2019 aus. Voraussichtlich berücksichtigen diese Zahlen nicht vollständig den grossen positiven Einfluss, den ein Schnitt bei der Firmensteuer ab 2018 wahrscheinlich haben wird. Die durchschnittlichen Hauptgewinne an der Börse wurden gemacht, nachdem die Republikaner den Nachrichten zufolge einer Erhöhung des Kinder-Freibetrages zugestimmt hatten. Aus einigen Quellen verlautete gegenüber CNBC, dass Senator Marco Rubio die Steuerreform nach den Verbesserungen unterstützen werde. Es hatte Befürchtungen gegeben, die Reform könne in diesem Jahr nicht mehr beschlossen werden, nachdem Rubio am Donnerstag erklärt hatte, er werde gegen die Reform stimmen, wenn der Kinder-Freibetrag nicht erhöht werde.“ – Fred Imbert,“Stocks Close at All-Time Highs as Odds of Tax Bill Passing Increase,” („Aktien auf neuen Allzeit-Hochs, nachdem Chancen für Beschluss der Steuerreform steigen“), www.cnbc.com, 15. Dezember 2017.

Es war eine weitere Woche der Rekorde für die US-Aktien, aber nicht für den Rest der Welt. Investoren glauben, dass die USA kurz vor einer historisch bedeutenden Steuerreform stehen, auch wenn diese mit jedem Tag der Verzögerung mehr und mehr verwässert wird. Zum Beispiel erreichte der DJIA ein weiteres neues Allzeit-Hoch am Donnerstag, doch dann kündigte Senator Marco Rubio an, er könne die Steuerreform nicht unterstützen. Daraufhin verlor der DJIA ungefähr 200 Punkte. Am Freitag aber erhielt Senator Rubio Unterstützung, seine Bedenken wurden berücksichtigt, und er erklärte, er werde nun für die Steuerreform votieren. Erneut stiegen die Kurse auf neue Allzeit-Hochs, gemeinsam mit NASDAQ und S&P. Das ist ein klassisches Beispiel für den rückläufigen Merkur: Wenn du mir gibst was ich will, werde ich meine Meinung ändern und dir geben (nämlich meine Stimme), was du möchtest. Wer weiss, welche Asse Merkur, der Trickster, nächste Woche noch im Ärmel hat, wenn die Abstimmung stattfinden soll.

Andere internationale Märkte versuchten sich in der letzten Woche an Rallyes, aber diese zerfaserten meistens nach Dienstag, 12. Dezember. Die Indizes konnten nicht über ihre Hochs vom November ausbrechen, und im Fall von China fielen die Kurse und beendeten die Woche mit dem Test ihrer tiefsten Level seit vier Monaten.

Gold und Silber waren letzte Woche beeindruckend, denn beide fielen zum 12. Dezember auf ihren tiefsten Werte seit Juli, Gold auf 1238,30, Silber auf 15,63. Dies war innerhalb eines Tages um die Mitte der Merkur-Rückläufigkeit, die häufig einhergeht mit einem wichtigen Hoch oder Tief auf vielen Märkten. Mit dem nächsten Tag, 13. Dezember, machten beide Metalle einen deutlichen Sprung aufwärts, doch diesen Schwung konnten sie die letzten beiden Tage der Woche nicht halten. Die jetzige Rückläufigkeit von Merkur scheint eine überdurchschnittliche Anzahl von „Fakeouts“ auf Finanzmärkten zu zeigen. Nun, in einer Woche läuft der Trickster wieder in seiner normalen Richtung, genau passend zu den Weihnachtsferien, wenn die Märkte geschlossen sind. Vielleicht schafft es ja der Kongress, bis dahin eine Steuerreform zu beschliessen. Schon jetzt hat diese Rückläufigkeitsphase Erstaunliches geliefert: nachdem die Bürger von Alabama erneut die Wahlumfragen Lügen straften, diesmal, was den vorhergesagten Wahlsieg von Richter Roy Moore für den vakanten Senatssitz betraf.

 

Kurzfristige geokosmische Konstellationen und längerfristige Gedanken

„Damit sie als Währung kreditfähig ist, muss eine Krypto-Währung mindestens zwei Grundfunktionen von Geld erfüllen: sie muss ein stabiler Speicher von Werten sein und ein weithin genutztes Medium für Tauschgeschäfte. Der wilde Ritt von Bitcoin zeigt, dass diese Währung weder das eine noch das andere erfüllen kann. –Greg Ip:„A Mania, Nor a Currency“ („Eine Manie, aber keine Währung“), Wall Street Journal, 14. Dezember 2017.

Vor einigen Wochen habe ich das erste Mal einige Anmerkungen zu Bitcoin gemacht. Seitdem habe ich eine Menge Post erhalten. Offenbar wollen die Leser mehr und mehr über Krypto-Währungen wissen, nachdem Uranus, der Planet der Revolution und der Störungen vor seinem Ingress ins Zeichen Stier steht, dem Zeichen des Geldes und die Währungen.

Letzte Woche sprach ich von meiner Überzeugung, dass die Explosion des Bitcoin-Kurs bis zur frühen Phase des 7-Jahres-Transits von Uranus durch Stier andauern könnte, also 2018 bis 2020, dass aber am Ende dieser Phase Bitcoin nicht mehr existieren werde. Bitcoin würde wertlos werden. In aller Aufrichtigkeit, ich weiss nicht, ob das wirklich der Fall ist. Denn in der Vergangenheit bedeutete eine spekulative Blase auf dem Sektor den das momentane Transit-Zeichen von Uranus beherrschte, nicht notwendig die Auslöschung des Sektors. Solche Sektoren erlitten typischerweise schwere Verluste von 77 bis 93% unter dem Wert, den sie in der ersten Hälfte des Uranus-Transits durch das betreffende Zeichen hatten. Natürlich gingen innerhalb dieser Sektoren einige Firmen bankrott. In den Nachwehen der Dotcom-Blase Ende der Neunziger, als Uranus durch Wassermann lief, hörte ja der NASDAQ nicht auf, zu existieren. Er verlor 78% seines Wertes innerhalb von 30 Monaten gegenüber der Spitze im März 2000. Viele Dotcom-Firmen stiegen aus dem Geschäft aus. Als Uranus ins Zeichen Fische ging und Rohöl im Juli 2008 auf 147 US-Dollar pro Barrel anstieg, sind danach die Öl-Firmen nicht komplett pleite gegangen. Rohöl verlor 77% seines Wertes innerhalb der nächsten sechs Monate. Viele Ölfirmen gingen danach bankrott.

Uranus tritt das erste Mal im Mai 2018 ins Zeichen Stier ein und bleibt dort die meiste Zeit zwischen 2019 und 2025. Das Zeichen Stier herrscht nicht nur über Währungen, sondern auch über Banken und über Vieh. Ich erwarte, dass eines, zwei oder alle drei Teilsegmente bis 2020 eine spekulative Spitze erreichen und dann kollabieren, wieder mit einem Verlust von 77 bis 93%. Und viele Firmen innerhalb dieses Sektors werden bankrott gehen. Deshalb habe ich in dem entsprechenden Kapitel meiner Voraussagen für 2018 jenes Lied zitiert: „Mütter, lasst Eure Kinder nicht aufwachsen, dass sie Banker werden! Sie sollten lieber Cowboys sein.“ Aber jetzt, wo ich darüber nachdenke, ist der Beruf des Cowboys auch nicht so erstrebenswert, denn wie der Name besagt, leben die Cowboys von Rindern, und die werden wiederum vom astrologischen Stier beherrscht.

Allerdings mache ich mir grössere Sorgen, was Banken betrifft. Und diese Sorgen kommen in dieser Woche ins Spiel, wenn Sonne und Saturn genau zum Zeitpunkt der Wintersonnenwende gemeinsam ins Zeichen Steinbock eintreten, etwas, das so seit nahezu 150 Jahren nicht mehr geschehen ist. Steinbock hat mit Strukturen, Systemen zu tun, zum Beispiel „Regierungen“ oder dem „Bankensystem“. Saturn und Steinbock sind darauf aus, die Dinge unter Kontrolle zu bringen. Damit können wir in aller Welt für die nächsten drei Jahre eine stärkere Bewegung hin zu „Recht und Ordnung“ voraussagen, genauso wie hin zum Thema der nationalen Sicherheit. Aber je mehr Dinge unter Kontrolle genommen werden, desto verwundbarer wird alles, wenn es plötzliche Störungen in der Ausübung solcher Kontrolle gibt. Und in der Zeit, da Saturn mit Pluton in Konjunktion steht, Januar 2020, gefolgt von einem Quadrataspekt von Saturn zu Uranus 2021 bis 2022, können die sogenannten Kontrollen binnen kurzem ausser Kontrolle geraten. Bis dahin tradierte Strukturen und Erwartungen, mit denen sich das Kollektiv in Abhängigkeit von diesen Strukturen sah, können nun erschüttert werden.

Ein Gebiet unserer Sorge sind die Banken, wenn nun Uranus im Stier bald anliegt. Mit dem Eintritt von Sonne und Saturn ins Zeichen Steinbock zur Wintersonnenwende in dieser Woche könnte eine neue Dynamik bei Regierungen und Banken aufkommen, die 2020 bis 2022 entsprechende Konsequenzen zeitigt. Viele Menschen, mich eingeschlossen, fühlen sich ermutigt durch Donald Trumps Versuch, die lästigen Regulierungen seitens der Regierung gegenüber Business und Banken zu eliminieren, welche die letzte Administration geschaffen hat. Dies hatte ja zu dem langen und schwachen wirtschaftlichen Aufschwung geführt – bis jetzt. Ich habe Angst, dass diese neue Bewegung zur Deregulation hinter sich selbst zurückfällt, und das wir bald neue Versuche von Kontrolle und eventuell Zensur erleben werden, die unter einem anderen Namen ebenfalls zu „Regulationen“ geraten.

Es gibt natürlich auch einen positiven Ausdruck dieser Dynamik, der ebenfalls möglich ist. Dies hat zu tun mit dem Wachsen des kollektiven Bewusstsein für die Bedeutung von Ethik und Aufrichtigkeit, von Respekt und Verantwortung. Wenn diese Prinzipien unter Saturns Wechsel ins Zeichen Steinbock mehr gewichtet und wertgeschätzt werden, dann besteht Hoffnung, sogar grosse Hoffnung, was die vor uns liegenden Veränderungen im Zusammenhang mit Uranus im Stier angeht, selbst unter  dem Saturn/Uranus-Quadrat 2021 bis 2022. Die Wahlresultate in Alabama letzte Woche sind vielleicht die ersten Vorboten dafür, dass diese Prinzipien auch in Amerikas kollektiven Psyche einen höheren Stellenwert erhalten.

 


Über den Autor

Raymond Merriman ist professioneller Astrologe und Präsident der Merriman Market Analyst, Inc., ein Unternehmen, spezialisiert in Market Timing Produkten und Dienstleistungen. Er ist Verleger des "The MMA Cycles Report", ein Börsenbrief, welcher von Banken, Finanzinstituten, Investoren und Traders konsultiert wird. Merriman ist Verfasser einer Reihe von astrologischen Büchern und Entwickler zweier astrologischer Software-Systeme: Das FAR (Financial Astrological Research) und das SOS (Stock Optimizing Selector) – Programm, welche Traders in die Lage versetzen, künftige Umschlagpunkte in Aktien und Future-Märkten zu identifizieren. Er kann über seine Website erreicht werden.
 

Verwendungszweck: Ziel dieser wöchentlichen Kolumne ist es nicht, die zukünftigen Bewegungen der verschiedenen Finanzmärkte vorauszusagen. Dazu dienen die verschiedenen Abo-Berichte von MMA, im Gegensatz zu dieser Kolumne, die als kostenloser Service angeboten wird. Deren Zweck ist es, Leserinnen und Leser über die Verbindung zwischen astrologischen Faktoren, so wie sie sich am Himmel konstellieren, und menschlichen Aktivitäten zu informieren. Dabei wird gleichzeitig darüber berichtet, was an verschiedenen Börsen und weltweiten Finanzmärkten in der Vorwoche passierte und welche weiteren Entwicklungen und Veränderungen in der kommenden Woche antizipiert werden können. Die in diesem Zusammenhang wirksamen geokosmischen Faktoren werden gemäss dem Verständnis des Autors für solche Konstellationen interpretiert. Der Autor (Merriman) tut dies aus der Perspektive eines Analysten von Zyklen und im Hinblick auf militärische, politische, wirtschaftliche Entwicklungen und deren Bedeutung für die Finanzmärkte der Welt. Daraus können Aussagen resultieren, welche den Charakter von Voraussagen haben. Das primäre Ziel ist jedoch, bestehende Zusammenhänge aufzudecken und Leserinnen und Leser auf das psychologische Klima aufmerksam zu machen, welches gerade vorherrscht oder in der Zukunft zu erwarten ist – dies aus einer astrologischen Perspektive heraus. Dieses Vorgehen fusst auf der Hoffnung, dass dem Leser damit geholfen wird, die psychologische Dynamik zu verstehen, welche aktuellen Nachrichten zu politischen und wirtschaftlichen Entwicklungen auf der Welt zugrunde liegt.

Disclaimer: Für das Eintreffen von in diesem Bericht gemachten Voraussagen kann keine Garantie übernommen werden. Entscheidungen hinsichtlich Investitionen und Handlungen an der Börse liegen ausschliesslich im Verantwortungsbereich des Lesers, und weder der Autor noch der Betreiber der Website, welcher diese Informationen veröffentlicht, kann für solche individuellen Entscheidungen verantwortlich oder haftbar gemacht werden. Leserinnen und Leser werden in diesem Zusammenhang auch darauf aufmerksam gemacht, dass der Handel mit Futures und Optionen hohe Risiken beinhaltet.



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